Menu

Seeschifffahrt CH 

Link zur Stiftung Swiss ShipsKlicken zum vergrössern

Schifffahrtsmuseum Basel
Ausstellung "Verkehrsdrehscheibe Schweiz" und "Unser Weg zum Meer"

www.verkehrsdrehscheibe.ch Westquaistr. 2, 4019 Basel,
Tel: 061 631 42 61 (Ausstellung) 061 631 42 65 (Sekr.)

Interessante Links

Der Gedanke, auf den Meeren mit eigenen Schiffen unter der Schweizer Flagge zu fahren, ist verhältnismässig alt. Bereits im Jahre 1864 unternahm der Bundesrat eine Umfrage bei den Seemächten, um darauf hin gegebenenfalls die Schweizer Flagge zur See einzuführen. Leider zeigte diese Umfrage kein ermutigendes Ergebnis. Innert wenigen Wochen musste die unbedingt nötige Seegesetzgebung geschaffen

Seeschifffahrtsgesetz

Nachdem 1941 in aller Eile ein Beschluss über die Seeschifffahrt zusammengestellt worden war, befasste sich nach dem Kriege eine Kommission unter der Leitung des

Eine weitere Behörde ist das Schweizerische SEESCHIFFFAHRTS-REGISTERAMT Basel, welches das Register führt, in dem unsere Seeschiffe und die dinglichen Rechte an solchen Schiffen eingetragen werden. Konsultative Funktionen hat die SCHWEIZERISCHE SEESCHIFFFAHRTSKOMMSS ION.

Das Gesetz ist in Bezug auf die NATIONALITAETSBESTIMMUNGEN von einer Strenge, wie sie wohl von keinem anderen Seerecht erreicht wird. Es wird nämlich verlangt, dass das Eigentum an den schweizerischen Seeschiffen grundsätzlich zu 100% schweizerisch sein muss und dass die Betriebsführung unserer Schiffe
durch Organisationen mit Sitz in unserem Lande geleitet werden muss, die ihrerseits einen rein schweizerischen Charakter aufweisen. Diese strengen Bestimmungen wurden deshalb in das Gesetz aufgenommen, um zu verhindern, dass im Falle eines Konflikts unsere Schiffe von den kriegführenden Parteien unter dem Vorwand beschlagnahmt oder versenkt werden, es seien ausländische, bzw.
feindliche Interessen an ihnen beteiligt.

Die zentrale Figur beim Betrieb unserer Schiffe ist der schweizerische REEDER. Dieser, sei er Eigentümer, Nutzniesser oder Mieter des Schiffes, hat das Fahrzeug auszurüsten, zu bemannen und zu verproviantieren, und er ernennt und entlässt den Kapitän.
Im übrigen wird jedem Seeschiff, sozusagen als Pass, der schweizerische SEEBRIEF mitgegeben.

Entwicklung und Stand unserer Handelsflotte

Klicken zum vergrössern

Unter den Ländern mit Handelsflotten nimmt die Schweiz heute ungefähr den 45. Rang ein, ist jedoch an erster Stelle der Binnenländer mit Handelsflotte. Es darf festgehalten werden, dass es sich bei unserer Flotte um eine moderne Handelsmarine handelt, wie die folgende Aufstellung mit Baujahr zeigt:

Schiffsname ...Bruttoregistertonnen (BRT) .....Tragfähigkeit in Tonnen zu 1016 kg (DWT) .....Baujahr

M/S ARBEDO...........  ... 997...... 1'214...... 1951
M/S AROLLA.............  6'704....... 8'991..... 1954
M/S BADEN.............. . 5'752..... . 9'950..... 1950
M/S BASILEA............. 6'211....   10'210..... 1952
M/S BELOTTI........... .....465.....  ... 600..... 1947
M/S BREGAGLIA.......14'112..... 19'620....  1962
M/S CALANCA............ 1'426......  1'690......1962
M/S CALANDA............ 5'296......  6'950 .....1963
M/S CARIBIA.............   9'642..... 12'120 .....1967
M/S CASSARATE........ 9'640..... 12'165..... 1966


Schiffsname ...Bruttoregistertonnen (BRT) .....Tragfähigkeit in Tonnen zu 1016 kg (DWT) .....Baujahr

M/S CASTAGNOLA........... 6'887..-.    10'170...     1961
M/S CASTANEDA............ . 1'426..-...    1'690...    1962
M/S CASTASEGNA........... 8'871..  .    13'404.. .   1958
l(/S CELERINA................     8''40... .    13 391..   . 1959
M/S CORVIGLIA............. .. 8 871...      13 407..   . 1958
M/S DORNACH.............. .. 1 174.  ...  .  1 518..   . 1961
M/S GENERAL DUFOUR.. 4 779....    .  7 710.   .. 1949
M/S GENERAL GUISAN.... 9 233...     13 280...    1957
M/S GENEVE...............   ... 9 338...  .  12 800.   .. 1960
M/S GRANDSON............    1 140...  ..   1 625...    1952
M/S HELVETIA..........   .... . 5 762....    . 7 620...   1952
M/S LAVAUX...............   ...  9 162.....   13 400...   1959
M/S LAUFEN...............   ......  999.....     1 638...   1956
M/S LEMAN.................   .....   320.....  ...   440..    1947
M/S MALOJA..............   ...   4 699.......    6 600...  1952
M/S MURTEN................      1 261.......    1 728...  1955
M/S RANDA..................       8 652.....    12 630...  1956
M/S REGINA...............       10 352.....    14 138...  1958
M/S ROMANDIE..........     . 21 358....     34 113...  1965
M/S ST.CERGUE.........    . 14 112..-.   . 19 660...  1962
(Bestand per 310 März 1970)

Die Entwicklung hinsichtlich der SCHWEIZERISCHEN MANNSCHAFT nahm ebenfalls einen erfreulichen Verlauf. Waren z.B. im Jahre 1946 45 Schweizer (= 7%) der gesamten Besatzung an Bord unserer Schiffe zu zählen, so waren es Ende 1969 494 (= 54%) des totalen Mannschaftsbestandes von 901. Bereits besitzen 53 Schweizer das Kapitänspatent und 33 sind als leitende Ingenieure patentiert geeigneter Tonnage verfügen. Daher wurden verschiedentlich Aktionen ins Leben gerufen die zum Ziele hatten den schweizerischen Reedern die Anschaffung moderner Schiffe finanziell zu erleichtern. Da ja das gesamte in unseren Schiffen investierte Kapital schweizerischen Ursprungs sein muss und anderseits die Preise für moderne Tonnage ständig steigen (für einen 10 000 bis 12 000 - Tonnen-Frachter muss heute ein Betrag von 12 bis 15 Millionen Franken gerechnet

Als Gegenleistung haben sich jedoch die Eigner verpflichten müssen, die damit erworbene Tonnage während einer Minimalfrist von 6 bis 12 Jahren unter Schweizer Flagge zu behalten.

BETRIEB DER SCHWEIZER FLOTTE

DIE WELTHANDELSFLOTTE

Die Welthandelsflotte zählt heute ungefähr 28 200 Einheiten von über 300 Bruttoregistertonnen (BRT) mit einer Tragfähigkeit von über 315 Millionen Tonnen (DWT).
Die Schiffe können in folgende drei Hauptgruppen eingeteilt werden:
a) die Linien- und Trampschiffe
b) die Tankschiffe (Tanker)
c) die Passagierschiffe

wobei noch Spezialschiffe, wie Kühlschiffe, Fischereifahrzeuge, Walfischboote, Bananenschiffe, Kabelleger und Wetterschiffe, hinzuzufügen sind.

DIE SCHWEIZER FLOTTE

Die bescheidene Schweizer Flotte zählt heute 30 Schiffe mit einer Kapazität von ungefähr 285 000 Tonnen. Sie reiht sich in die erste Kategorie mit Ausnahme der zwei Tankschiffe M/S LEMAN mit 440 Tonnen und M/S BELOTTI mit 600 Tonnen, die im Weintransport im Mittelmeer eingesetzt sind, und der zwei Kühlschiffe M/S CALANCA und M/S CASTANEDA mit je 1690 Tonnen Tragfähigkeit.
Von den 26 Trockenfrachtern sind fünf Kastenschiffe welche zwischen den Mittelmeerküsten verkehren, und 21 Langstreckenschiffe zwischen 6 600 und 34 113 Tonnen, die ungefähr im gleichen Verhältnis in der Linien- und in der Trampschifffahrt eingesetzt sind.

DIE LINIENSCHIFFE

Unter Linienschiffen versteht man Einheiten, die fahrplanmässig auf zum Voraus festgelegten Strecken fahren. Diese Schiffe transportieren alles, was Gegenstand

Auf den Strecken Europa - Afrika, Europa - Südamerika und Nordamerika sowie

Der Erfolg des Betriebes hängt von den qualitativen Diensten, der Regelmässigkeit und der Frequenz der Zwischenlandungen ab. Der kommerzielle Dienst des Unternehmens überwacht sein Agentennetz. Die Agenten sind beauftragt, ihre volle Aufmerksamkeit der Kundenwerbung und den Frachtabschlüssen zu widmen, sich in ständiger Verbindung mit den Verladern und den Spediteuren zu halten. Es ist die Aufgabe der Agenten, die möglichst grösste Menge an Fracht zu sichern um den Schiffen zu ermöglichen, die bedienten Häfen zur vorgesehenen Zeit zu verlassen, und zwar mit so wenig als möglich unbenütztem Frachtraum.

DIE TRAMPSCHIFFE

Bemerkenswert ist ebenfalls, dass einige der Schweizer Schiffe während der Monae August und September Manitobaweizen von Port Churchill hauptsächlich nach Grossbritannien und Europa transportieren. Die Hudson-Bucht ist tatsächlich nur während sehr kurzer Zeit eisfrei und für die Schifffahrt meistens ausgeschlossen. Gleichfalls fahren speziell für den St. Lorenz-Strom ausgestattete Schiffe bis nach den Grossen Seen, um dort Getreide zu laden, welches für den europäischen Kontinent oder Grossbritannien bestimmt ist.

Im Weiteren transportieren die Schiffe unserer Flotte (in der Reihenfolge der
Wichtigkeit): Erz von Indien, von Brasilien und von Südafrika nach Europa und Japan,
Düngemittel Schnittholz und Rundholz von Kanada, Äquatorialafrika oder den Philippinen nach Europa; Reis vom Fernen Osten nach Afrika oder von den Vereinigten Staaten nach Indien.
Nach 25 Jahren Schifffahrt unter Schweizer Flagge kann also behauptet werden, dass jedes am Meer liegende Land der Welt das Schweizer Kreuz in einem oder mehreren seiner Häfen gesehen hat. Wenn ein Schiff nach den Philippinen fährt, um dort Kopra zu laden, oder Bombay anläuft, um dort Erdnüsse aufzunehmen, so geschieht dies weder für das Ansehen des Reeders noch zum Vergnügen der Seeleute, sondern nur deshalb weil die Lage des Schiffes, dessen Grösse und Ausrüstung für den Reeder ausschlaggebend ist,
das Schiff zu einem gewissen Zeitpunkt und in einer gewissen Marktlage an eine

Diese Verhandlungen geschehen hie und da direkt zwischen den Parteien, jedoch meistens durch die Vermittlung der Frachtmaklers. In London, New York, Paris, Oslo

Den strengen Vorschriften der Klassifikationsgesellschaften entsprechend, ist der Reeder verpflichtet, die Schiffe in einem vollkommenen, seetüchtigen Zustand dem Befrachter zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck überwacht der technische Dienst des Unternehmens, dass das Schiff zu jeder Zeit und unter allen Umständen seetüchtig ist. Er sorgt für den Unterhalt des Rumpfes, der Maschinen, der Apparate und des Materials sowie für die gute Versorgung mit Brennstoffen,

DIE TANKSCHIFFE

Wie wir in der Rubrik über die Entwicklung der Schweizer Flotte erwähnt haben, ist die Nützlichkeit einer nationalen Schifffahrt im Falle von internationalen Spannungen durchaus anerkannt.
Der Leser wird vielleicht erstaunt sein, zu erfahren, dass, obwohl der jährliche Verbrauch an Ölprodukten in der Schweiz kürzlich 10 Millionen Tonnen überschritten hat, deren Transport von den Produktionsquellen nach Europa aussch1iess1ich


DER SEEMANNSBERUF

Der Seemannsberuf weist in der Schweiz keine langjährige Tradition auf. Schweizer Seeleute waren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nur vereinzelt auf ausländischen Schiffen anzutreffen. Erst die Schaffung einer Handelsflotte unter der Schweizer Flagge ermunterte eine grössere Anzahl junger TeIlensöhne, sich
für eine Karriere als Seemann zu interessieren. Ende 1947 waren es 25; Ende 1969 zählte man 494 oder ungefähr 54% der Gesamtbesatzung.
Anfänglich machten sich die erprobten ausländischen Offiziere und Matrosen oft lustig über unsere Landsleute. Heute wird allgemein anerkannt, dass Schweizer Seeleute ihren ausländischen Kollegen in nichts nachstehen.

WAS WIRD VOM SEEMANN VERLANGT?

Erforderlich sind vor allem ein aufgeweckter Geist, Offenheit, Arbeitsfreudigkeit,

IN WELCHEM ALTER KANN MAN ZUR SEE?

Das normale Eintrittsalter ist 16 bis 18 Jahre. Jungen Leuten, die das 20. Altersjahr erreicht oder überschritten haben, begegnen meist grosse Schwierigkeiten, sich in die Besatzung einzupassen, es sei denn, sie kommen von der Rheinschifffahrt.

EIN BESONDERESP ROBLEM

stellt sich, wenn der Seemann eine Familie gründen möchte. Frau und Kinder können nicht an Bord leben. Der Familienvater ist oft während Monaten abwesend. Dennoch gewöhnen sich viele Familien an dieses getrennte Leben und sind glücklich dabei.

WELCHE MÖGLICHKEITEN BIETEN SICH IM BERUF?

Es können vier Laufbahnen eingeschlagen werden:
- der Deckdienst
- der Maschinendienst
- der Funkdienst
- der allgemeine Dienst

AUF DECK

beginnt der Seemann in der Regel als DECKJUNGE. Bewährt er sich, dann wird er aber der Bund leistet ansehnliche Zuschüsse an die verhältnismässig hohen Ausbildungskosten.
Nach erfolgreicher Prüfung werden die Patente nach einer bestimmten Dienstzeit an Bord und Zurücklegung des nachstehenden Mindestalters abgegeben:

mit 20 Jahren 3. Offizier
mit 20 Jahren 2. Offizier
mit 21 Jahren 1. Offizier
mit 23 Jahren Kapitän

Der betreffende Dienstgrad an Bord wird jedoch in der Regel erst später erreicht, d.h. wenn sich die Offiziere ein bestimmtes Mass an Erfahrung angeeignet haben.

IM MASCHINENDIENST

werden gelernte Mechaniker, Maschinenschlosser usw., gelegentlich aber auch ungelernte Jünglinge vorerst als Reiniger, beschäftigt. Sie können zum Motormann und später zum HILFSMASCHINISTEN (Ingenieur-Assistent) befördert werden. Der ELEKTRIKER muss eine entsprechende Berufslehre an Land absolviert haben.
Um Maschinenoffizier zu werden, bedarf es einer zweckmässigen Berufslehre (z.B. Maschinenschlosser an Land). Der Grad eines 4. und 3. MASCHINEN-OFFIZIERS kann ohne Besuch einer Seeschifffahrtsschule erworben werden. 2. und 1. MASCHINENOFFIZIERE müssen an einer ausländischen Schule eine entsprechende Ausbildung absolvieren und eine Prüfung ablegen. Das Mindestalter beträgt:

20 Jahre für den 4. Maschinenoffizier
21 Jahre für den 3. Maschinenoffizier
22 Jahre für den 2. Maschinenoffizier
23 Jahre für den 1. Maschinenoffizier

Auch hier erfolgen Anstellungen in leitenden Chargen erst nach einigen Jahren der Übung und der Erfahrung.

DER FUNKOFFIZIER

wird an Land ausgebildet. Die Prüfung wird von der PTT-Verwaltung durchgeführt, und das Mindestalter beträgt 20 Jahre.

DER ALLGMEINE DIENST

3. STEWARD, und später zum 2. STEWARD aufrücken. Eine Berufslehre an Land als Kellner ersetzt diese Mindestfahrzeit. Der KOCHGEHILFE muss Bäcker-Konditor von Beruf sein und der KOCH eine entsprechende Lehre an Land absolviert haben.


DIE LOHN- UND ARBEITSBEDINGUNGEN

sind zwischen dem Verband Schweizerischer Seereedereien und dem Verband der Handels-, Transport- und Lebensmittelarbeiter der Schweiz (VHTL) in einem Gesamtarbeitsvertrag geregelt. Dieser Vertrag enthält Mindestnormen.

Einzelne Gebiete (Arbeitszeit, Kranken- und Unfallversicherung, Anspruch auf Heimschaffung) sind im Seeschifffahrtsgesetz vom 23. September 1953 und der dazugehörenden Seeschifffahrtsverordnung vom 20. November 1956 geregelt.

DIE ANSTELLUNGEN erfolgen direkt durch die einzelnen Reedereien.

März 1970