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Kurzbeschreibungen

Das WINLINK-Netz: Weltweite Vernetzung von Kurzwellen-Funkverbindungen mit dem Internet

Die Faszination der mobilen Kommunikation geht über die für Handy mögliche Bereiche hinaus, die bekanntlich auf örtlich begrenzte Funkzellen angewiesen sind. Mit Kurzwellenverbindungen sind wesentlich grössere Distanzen überbrückbar, was zum Beispiel für Schiffe auf den Meeren unabdingbar ist. Gegen Bezahlung bieten kommerzielle Dienstanbieter Satelliten- oder Kurzwellen-Verbindungen an. WINLINK bietet einerseits einen kommerziellen und andererseits einen für Sendeamateure kostenlosen Dienst zur Weiterleitung von Funkverbindungen über das Internet an. Diese Dienstleistungen arbeiten auf verschiedenen Frequenzen, das Prinzip ist jedoch das gleiche.

Beide Netze machen es den Sendeamateuren wie auch dem kommerziellen Funk-Verkehr der Schiffe, Fahrzeuge oder für Standorte ohne direkte Verbindung zu einem öffentlichen Netz möglich, mit jedem beliebigen Internet-Teilnehmer über eine Mailbox (Briefkasten) zu kommunizieren. Die Nachrichten werden jeweils aus diesen Mailboxen, die auf verschiedenen Kontinenten unserer Erde vernetzt in Betrieb stehen, abgerufen.

Sendeamateure mit Remote-Funkanlagen

Es ist sicher der Wunsch jedes Funkamateurs, Verbindungen mit anderen Funkamateuren über eine eigene Funkanlage herstellen zu können, auch wenn es gestattet wäre, Anlagen anderer Sendeamateure oder „Vereins- und Gemeinschafts-Funkanlagen“ mitzubenützen. Meist sind dann diese „Gemeinschafts-Anlagen“, wenn man sie benützen möchte, bereits belegt. Auch entspricht es der Amateur-Tradition und den Erwartungen der Gegenstation, dass das der Amateur-Funkanlage zugeteilte Rufzeichen auch mit der Funkstation des betreffenden Sendeamateurs benützt wird. Das Rufzeichen wurde bekanntlich von der Konzessionsbehörde nach bestandener Fähigkeitsprüfung zur Identifikation der Funkstation erteilt und nicht für den Funker. Allerdings hat sich eingebürgert, dass sich die Sendeamateure untereinander mit dem zugeteilten Rufzeichen der Funkstation identifizieren.

Technisch ist es heute kein Problem über das Internet seine, an einem besseren Standort abgesetzte Funkstation, fernzusteuern. Dazu genügen bereits kostengünstige Computer oder Laptops oder auch nur ein iPhone. Am Standort HB9XQ ist die Funkanlage von Viktor Colombo mit dem Rufzeichen HB9MF in Betrieb. 

Standort HB9XQ

Die Anlage wurde von Viktor Colombo in den 70er Jahren aufgebaut und dem Verein „Amateur Telecommunications Club" (ATC) zur Erprobung neuer Kommunikations-Möglichkeiten durch Sendeamateure zur Verfügung gestellt. Das zugeteilte Rufzeichen war HB9Q. Die Funk- und Antennenanlagen wurden anfänglich über ein 700m langes G-51-Kabel (10x2x0,6) vom Wohnort bis zur Anhöhe Landstuhl ferngesteuert. Alles funktionierte mit Relais und Servo-Motörchen. Die Stromversorgung erfolgte über ein parallel verlegtes PNE-Kabel. Zudem bestand die Möglichkeit über ein mitverlegtes Koaxialkabel die Antennenanlage vom Wohnort aus zu nutzen, allerdings mit recht grosser Dämpfung.

Weil Daniel Gautschi, HB9CRQ, einen grossen Einsatz für Versuche mit EME-Verbindungen leistete, hat ihm Viktor Colombo 2005 das Präsidium des Amateurclubs übergeben, so konnte er auch das begehrte Rufzeichen HB9Q verwenden. Für Bern wurde als Ersatz umgehend ein neuer Club „Experimental Amateur Telecommunications Club (XATC)“ gegründet, dem die Konzession mit dem Rufzeichen HB9XQ erteilt wurde. Dieses Rufzeichen ist heute mit dem Standort der Anlage auf dem Landstuhl zum Begriff geworden.

b_150_100_16777215_00_images_stories_ortsplan.jpg  b_150_100_16777215_00_images_stories_wlan-verbindung.jpg  b_150_100_16777215_00_images_stories_antennenanlage.jpg  b_150_100_16777215_00_images_stories_gebude.jpg

Der Standort der Anlage HB9XQ befindet sich westlich von Bern und nördlich des Dorfes Neuenegg (591’300/194'350 auf 660müM). Im Abstand von 300m rund um die Anlage befinden sich weder Gebäude noch Strassen. Die Anlage ist nur über einen befahrbaren Feldweg zugänglich. Als Antennenträger dienen zwei 12m hohe Holzmasten, ein Versa-Tower und ein Gittermast mit Plattform auf ca. 13m Höhe. Die Funkgeräte und die Computer sind in einer gemauerten Kabine von 2x2m untergebracht.

Die spätere Remote-Amateurfunkanlage funktionierte über einen ISDN-Telefonanschluss der ein Aderpaar des G-51-Kabel benutzte.

Als dann Internet-DSL-Anschlüsse möglich wurden, wurde der Internet-Anschluss vom Wohnort von Viktor Colombo aus über die 700m Kabel-Verbindung mit Keymile-Modems verbunden. Die BKW (Bernische Kraftwerke) erstellten einen Freileitung-Netzanschluss so dass das 700m PNE-Kabel anderweitig zur Verfügung stand.

Leider wurden die Kabel - das Koaxialkabel, das G-51-Kabel und das Stromzuführungskabel -  infolge von Erdrutschen zweimal zerrissen. Die Gebäude-Versicherung war nicht mehr bereit die Kabel weiterhin zu versichern und verlangte auch aus Sicherheitsgründen eine Pfählung für Gebäude und Gitter-Mast. So wurde zur Absicherung des Internet-Anschlusses eine WLan-Zuführung von der nördlich gelegenen Schreinerei über rund 400m unumgänglich. Aus Kostengründen bleibt diese WLan-Verbindung jedoch in Reserve und wird nur im Bedarfsfalle wieder aktiviert.

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Entkopplung von Anlagen am gleichen Standort

In Fällen in denen verschiedene Antennen zu nahe beieinander liegen, sind Bandfilter unumgänglich. Für die Bereitstellung solcher Bandfilter zeichnet verdankenswert Ernst Steimen, HB9CTP, Reinach AG

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