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Kurzinformation zur Möglichkeit von Kurzwellen-Verbindungen

Weltweiter Kurzwellen-Funkverkehr ist nur möglich weil die Sonne die verschiedenen die Erde umgebenden Gasschichten in einer Höhe von etwa 50 - 400km (Heaviside-Schichten) zu ionisieren* vermag. Die radioelektrischen Wellen werden von diesen ionisierten Schichten wie mit einem Spiegel auf die Erde zurück reflektiert, wobei aber zu steil einfallende Wellen die Schichten durchdringen und im Weltall verloren gehen. Eine starke Ionisierung bewirkt, dass die radioelektrischen Wellen auch bei steilerer Einstrahlung und auch die höheren Frequenzen noch reflektiert werden können. Die Kurzwellen werden sodann von der Erde wiederum reflektiert um dann erneut zurück gespiegelt zu werden. Kurzwellen können somit in vielen Sprüngen um den ganzen Erdball laufen.

Die Stärke der Ionisierung der unsere Erde umgebenden Heaviside-Schichten durch die Sonne und damit eine Reflexion der Kurzwellen hängt insbesondere von der 11-jährigen Sonnenflecken-Tätigkeit ab (Sonnenflecken sind Eruptionen und mit einem schwarzen Glas bereits von Auge gut sichtbar). Im Jahr 2011 waren wir in einem Sonnenflecken-Maximum und erwarten das Minimum in etwa 7 Jahren, wonach dann die Sonnenflecken im Verlaufe von weiteren 4 Jahren voraussichtlich wieder zunehmen werden. Die Ionisierung und der Abbau der Ionisierung brauchen einige Stunden. Zudem sind die Jahreszeit und die Tageszeit infolge des Einfallswinkels der Sonnenstrahlen zu beachten.

Am Morgen sind die Möglichkeiten für Funkverbindungen in die Schweiz vom Osten, am Abend vom Westen her offen weil dann die Sonne zwischen Sende- und Empfangs-Station steht. Je nach der Stärke der Ionisierung der Heavisideschichten benützt man für die gewünschten Verbindungen unterschiedliche Frequenzgrössen. Deshalb arbeitet die vollautomatische Anlage HB9XQ mit je Frequenzen im 3,5 MHz, 7 MHz, 14 MHz und 21 MHz-Bereich und steht permanent zur Verfügung. Die Sendeamateure wählen die Frequenzgrössen ebenfalls je nach der Wellenausbreitung wobei es vorkommen kann, dass auf einer Frequenz Verbindungen nur für kurze Zeit möglich sind und dann abbrechen.

Es wird aber immer wieder vergessen, dass sich zwei Kurzwellen-Funkstationen im Abstand von etwa 30 – 100km in der toten Zone befinden und deshalb oft keine Verbindung möglich ist. (siehe Kompendium Mobilfunk im Abschnitt Funkerschule)

* (ionisieren = elektrisch leitend)