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Ein Kugelhaus für Störstrahlungs-Messungen der Forschung und Entwicklung der Generaldirektion PTT

Klicken zum vergrössernDie Hauptabteilung Forschung und Entwicklung war beauftragt, die in der Schweiz zuzulassenden Funkanlagen auf unerwünschte Störstrahlungen zu untersuchen. Infolge von Reflektionen der Radiowellen die zu Fehlmessungen führen würden, durften sich im Umkreis von 25m der Messanlagen keine die Radiowellen reflektieren Materialien befinden.

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Um bei Messungen nicht der Witterung ausgesetzt zu sein, wurde eine Kunststoffhülle ohne jegliche metallische Verbindungen erforderlich. Aus statischen Gründen wählte man eine Baute in Kugelform. Das Angebot aus Deutschland erforderte lediglich Grundmauern auf einem entsprechend freien Gelände.

Die Gebäudehülle wurde in Segmenten mit Spezial-Lastwagen angeliefert die mit eigens gefertigten Plastikschrauben zusammengeschraubt wurden. In der Gebäudemitte wurde ein erhöhtes Podium mit einem Drehtisch gegenüber einer Breitband-Messantenne erstellt auf dem die Prüflinge auf Abstrahlungen in allen Richtungen ausgemessen werden konnten. Die Messapparaturen befanden sich gleich neben dem Podium.

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Viktor Colombo oblag die Funktion des Bauherrn mit der strikten Auflage des Direktors Herrn Willi Klein, dass der Kostenrahmen von Fr. 270'000.- keinesfalls überschritten werden dürfe. Diese Rahmenbedingung wurde durch eine harte Kostenkontrolle eingehalten und das Gebäude erfüllte alle an den Messplatz gestellten Anforderungen.

Nicht das Kugelhaus war das Problem, sondern die mit der Erstellung verbundenen Vorabklärungen, insbesondere zur Erlangung der Baubewilligung für diese unübliche Bauform. (Hundertwasser oder Gaudi, auch Corbusier, hätten es wohl einfacher gehabt)

Die zu prüfenden Funkgeräte wurden immer kleiner und der Boom der Handys führte zu internationalen Vereinbarungen so dass die Störstrahlungsmessungen der europäischen Nachbarländer akzeptiert werden konnten.

Ein eigener Messplatz war somit nicht mehr nötig und das in der Schweiz einmalige Gebäude, das immer wieder die Neugierde der Passanten weckte und zu Fragen der Medien Anlass gab, wurde wieder abgebaut. Der Platz steht heute als Parkplatz zur Verfügung.